Bildungsstreik selbstorganisert
Mittwoch, 9. Juni 2010
Spontane Bildungsstreik-Demonstration zieht durch die Bochumer Innenstadt

Am Mittwoch, dem 09.06.2010, zogen im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreik-Aktionstages ca. 1000 Schüler_innen und Studierende in einer Spontandemonstration durch die Bochumer Innenstadt. Sie durchbrachen eine Polizeiblockade und besetzten mehrere Kreuzzungen.

Der bundesweite Bildungsstreik-Aktionstag am Mittwoch, 09.06.2010 sollte sich in diesem Jahr in Bochum anders präsentieren: Das Protestkomitee gegen Studiengebühren der Ruhr-Universität Bochum rief zwar zu einem Treffpunkt am Bochumer HBF um 11 Uhr auf, meldete allerdings keine Route an und organisierte weder einen Lautsprecherwagen noch Kundgebungen.

"Es sollen selbstorganisierte Entscheidungsprozesse umgesetzt werden, so wie es in der Vergangenheit, etwa bei der Besetzung des Audimax im November 2009, immer wieder gelungen ist", hieß es in einer Stellungnahme zu der neuen Strategie. "Tatsächlich ist genau dieser Fall eingetreten: Es kamen ca. 1000 Schüler_innen und Studierende, die sich selbst und spontan eine Route zum Laufen überlegten", so Denise Welz, AStA-Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Mitglied im Protestkomitee gegen Studiengebühren. Zusammen zogen sie für die Abschaffung der Studiengebühren, der Reformierung des B.A./M.A.-Systems, der Abschaffung der Kopfnoten, mehr Lehrer_innen und keinere Klassen durch die Straßen.

Ein deutliches Signal gesetzt - auch der Polizei gegenüber

Die Protestierenden zogen pünktlich um 11 Uhr durch die Innenstadt in Richtung der Heinrich-Böll-Gesamtschule, um dort eine Zwischenkundgebung abzuhalten. "Wir haben gehört, dass hier Schülern, die zu dem Treffpunkt kommen wollten, der Ausgang aus der Schule verweigert wurde. Wir können nicht hinnehmen, dass den Schülern das recht auf freie Meinungsäußerung verboten wird", kommentiert eine Schülerin das Geschehen.

Nachdem sich die Schüler_innen aus der Heinrich-Böll-Schule dem Demonstrationszug anschlossen, ging es weiter am Bergbaumuseum vorbei. Als die Demonstranten auf den Nordring gehen wollten, versuchte die Polizei den Weg zu versperren. Davon ließen sich die Protestierenden allerdings nicht beeindrucken und durchbrachen die Polizei-Blockade. "Schon zu Anfang der Demonstration versuchten die Polizisten, Schüler für die Versammlung verantwortlich zu machen und nahmen von einigen die Personalien auf", beobachtet ein Anwesender die Situation. "Außerdem wurden schon 6 Polizisten in Zivil gesehen, unglaublich."

Insgesamt bewerteten die Demonstrationsteilnehmer_innen den Tag als Erfolg. "Wir haben klar gemacht, dass wir erst mit den Protesten aufhören, wenn unsere Forderungen nach einem gerechten Bildungssystem erfüllt sind", so ein Demonstrationsteilnehmer.

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