Pfefferspray auf RTS-Party
Montag, 20. November 2006
Etwa 100 Menschen hatten sich heute mittag am Bochumer Hauptbahnhof versammelt, um zum Global Action Day for Education gegen Studiengebühren, Bildungs- und Sozialabbau zu tanzen und zu demonstrieren. Doch was als fröhlich-friedliche Reclaim the Streets Party anfing endete in einer Pfefferspray- und Knüppelorgie der Polizei. Die Party begann auf der Kreuzung vor dem Hauptbahnhof, wo Autofahrer und Passanten mit Flugblättern auf das Anliegen der Protestierenden aufmerksam gemacht wurden.

Anschließend bewegte sich der Demozug Richtung Südring, wo erste Polizeiwagen auf ihn warteten. Um Konfrontationen zu vermeiden verließ man die Straße und ging über den Weihnachtsmarkt. Dort kam es zum ersten Zwischenfall, als Polizeibeamte sich in die Party drängten, Demonstrierende zur Seite schubsten, und ihnen den Lautsprecherwagen entrissen. Diese ließen sich davon nicht abhalten, mit Trommeln und Sprechchören weiterhin auf ihr legitimes Anliegen aufmerksam zu machen. Nachdem die Polizei mit mehreren Beamten die Straße versperrte bewegten sich die Gäste der studentische Freikuft-Party in ein Kaufhaus. Auch hier wurden die verdutzten Konsumenten mit Flugblättern aufgeklärt und reagierten weitgehend positiv.

Nachdem man das Kaufhaus verlassen hatte griffen die Beamten gewaltsam, und scheinbar grundlos zwei Demoteilnehmer aus der Menge, warfen sie auf den Boden und zerrten sie in einen Polizeiwagen. Ihnen wegen Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz, Körperverletzung und Widerstand vorgeworfen. Andere Personen bekamen wurden mit Pfefferspray traktiert, wobei die scheinbar ungeübten Polizisten sich dabei zum Teil selbst besprühten. Die Beamten versuchten mindestens eine weitere Person mitzunehmen, was ihnen aufgrund mangelnder Geschwindigkeit allerdings nicht gelang - für den Sprint sollte die Bochumer Polizei noch etwas üben. Zivilpolizisten nahmen eine eine Studentin fest, welche sie angeblich mit Wasser bespritzt haben soll. In der U-Bahn wurde erneut versucht einen Demoteilnehmer herauszugreifen, was den Beamten allerdings nicht gelang.

Der Demozug begab sich anschließend zum Polizeipräsidium. Dort harrten noch etwa 50 Personen bis in die Abendstunden aus, und forderten lautstark die Freilassung der Gefangenen - was schließlich auch geschah. Alles in allem eine nette Party, die gezeigt hat das die Proteste auch im Wintersemester weitergehen!

Presse:

 
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