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Freie Uni (06/07)
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11.01.2007: Zusammenfassung der aktuellen Situation - Perspektiven und Forderungen | 11.01.2007: Zusammenfassung der aktuellen Situation - Perspektiven und Forderungen |
| Mittwoch, 10. Januar 2007 | |
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Zusammenfassung
der aktuellen Situation – Perspektiven und Forderungen
Das
Rektorat der Ruhr-Universität hat vor Weihnachten die Verhandlungen mit den
aktiven Studierenden und dem AStA über die Zukunft der Freien Universität
Bochum abgebrochen und eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt. Gleichzeitig
hat die RUB-Leitung der Freien Uni einen 70 m2 großen Raum im
Gebäude GA im Austausch zum bisher genutzten Querforum West angeboten. Derzeit
stehen der Freien Universität 650 m2 zur Verfügung, die intensiv für
Seminare, Kulturveranstaltungen, Tutorien, Büroarbeitsplätze und Sozialräume
genutzt werden. Bis heute hat sich die Leitung der Ruhr-Universität nicht dazu
bereit erklärt, mit den Aktiven der Freien Uni über ein schlüssiges Konzept zu
verhandeln, wie die vielfältigen Aktivitäten bei einer Verlegung in andere
Räumlichkeiten erhalten bleiben können. Insbesondere
betrifft das folgende Punkte: 1. Zugangsmöglichkeiten: Ein Großteil des Betriebs an der
Freien Universität findet außerhalb der täglichen Vorlesungszeiten, nach 20
Uhr, an Wochenenden und Feiertagen statt. Das erklärt sich dadurch, dass die
Studierenden tagsüber mit ihrem regulären Studium sowie mit Geldverdienen
beschäftigt sind. Der angebotene kleine Raum liegt mitten in einem
Universitätsgebäude, das ausgerechnet zu vielen der Zeiten, an denen die Freie
Universität besonders stark frequentiert wird, nicht zugänglich ist. Das
Rektorat hat sich bis heute einer Diskussion darüber verweigert, wie ein
Betrieb der Freien Uni zu diesen Zeiten aufrecht erhalten werden kann. Als
sozialer Treffpunkt zeichnet sich die Freie Universität gerade dadurch aus,
dass sie auch außerhalb der täglichen Vorlesungszeiten den Campus belebt. Es
ist nicht ausgeschlossen, dass sich in konstruktiven Verhandlungen
diesbezüglich auch Lösungen in anderen Räumlichkeiten finden ließen. Durch die
Diskussionsverweigerung hat das Rektorat das jedoch leider bisher
ausgeschlossen. 2. Nutzungmöglichkeiten:
Durch das
selbstorganisierte Projekt Freie Universität Bochum ist aus dem Querforum West
ein multifunktionell genutzter Ort geworden: Es ist Veranstaltungszentrum,
sozialer Treffpunkt, Anlaufpunkt für Initiativen und schafft Raum für Angebote,
die auf dem Campus einzigartig sind. Ein Beispiel: Während es in der Mensa und
den Caféterien nach wie vor keine veganen Speisen angeboten werden, bietet die
Freie Uni in der ehemaligen Übergangsmensa Querforum West regelmäßig zusammen
mit der Initiative „Food Not Bombs“ ein alternatives Essensangebot an. Als
Mitmach-Angebot sind diese Speisen für alle kostenfrei und werden sehr gut
angenommen. Das Rektorat will in dem kleinen Alternativraum aber z.B. das
Kochen explizit ausschließen. Einer Debatte darüber, wie solch integrale
Bestandteile der Freien Universität auch bei einer Verlegung erhalten bleiben
können, hat sich das Rektorat bisher verweigert. Ähnliches gilt für das
wöchentlich stattfindende FUB-Café und solche größeren Kulturveranstaltungen,
die Abends stattfinden. Derzeit sieht es für die Aktiven der Freien Uni so aus,
als sollten mit einer Verlegung der Freien Uni diese wichtigen Bestandteile des
studentischen Lebens auf dem Campus verschwinden. Weil
sich die Unileitung der Verhandlung über solche für uns zentrale Fragen bisher
verweigert hat, war es den Aktiven der Freien Universität Bochum bisher
überhaupt nicht möglich, auf das „Angebot“ der Uni-Leitung einzugehen. Es
existieren einfach zu viele Fragezeichen, es sei denn man geht davon aus, dass
es der Uni-Leitung nicht um eine Verlegung der Freien Universität, sondern um
die faktische Abschaffung zentraler Bestandteile der Freien Uni geht. Eine
zentrale Frage in der Auseinandersetzung ist auch die zukünftige Nutzung des
Gebäudes Querforum West. In den Räumen, die derzeit als selbstverwaltetes
studentisches Veranstaltungszentrum genutzt werden, soll nach den Plänen von AKAFÖ
und Uni-Leitung eine „Erlebnisgastronomie“ entstehen – ein Restaurant mit im
Vergleich zur Uni-Mensa deutlich erhöhtem Preisniveau. Wo bisher Studierende
eigene Veranstaltungen anbieten, wo sie sich auch mal bei günstigem selbst
gekochtem Kaffee treffen konnten, sollen dann Professorinnen und Professoren
sowoe andere, die es sich leisten können, für gutes Geld essen gehen. Eine
solche Nutzung des Querforums ist für die aktiven Studierenden inakzeptabel. In
den vergangenen Jahren hat die Kommerzialisierung des Uni-Campus beständig
zugenommen. Es sind immer mehr Flächen entstanden, auf denen Menschen in erster
Linie Kundinnen und Kunden sind. Dieser Trend muss in Bezug auf das Querforum
West aufgehalten werden. Es war von Anfang an Teil des Projekts Freie
Univesität Bochum, den öffentlichen unkommerziellen Raum zu erhalten und
auszubauen. Aus
diesen Gründen fordern die Aktiven der Freien Uni Bochum: 1. Rücknahme
der Anzeige: Rektor Elmar Weiler muss die
Hausfriedensbruch-Anzeige gegen die Studierenden zurücknehmen, die das sonst
leerstehende Querforum West auf dem Campus nutzen. 2. Wiederaufnahme
von Verhandlungen:
Das RUB-Rektorat muss sich in konstruktive Verhandlungen über die Zukunft der
Freien Uni Bochum begeben. Wenn über eine Verlegung der Freien Uni verhandelt
werden soll, dürfen zentrale Fragen wie die Nutzbarkeit der Räume außerhalb der
Vorlesungszeiten und die vielfältigen Nutzungsformen nicht ausgeblendet werden.
Andernfalls kann nicht von fairen Verhandlungen die Rede sein. 3. Schaffen
eines realistischen Zeitplans: Das von der Freien Uni genutzte Querforum West würde ohne
die FUB noch mindestens zweieinhalb Monate leer stehen. Das Rektorat muss auf
den politisch motivierten Zeitdruck verzichten sich die Zeit nehmen, um mit der
Freien Universität konstruktive Lösungen zu finden. 4. Studentische
Nutzung des Querforums: Der Plan von AKAFÖ und Uni-Leitung, aus dem Querforum West eine
höherpreisige „Erlebnisgastronomie“ zu machen, muss mit sofortiger Wirkung
eingestellt werden. Es müssen Verhandlungen über eine dauerhafte studentische
Nutzung des Querforums aufgenommen werden. |
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