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Bildungsstreik im November
Montag, 2. November 2009
Auf in einen heißen, kreativen Herbst 2009

Schülerinnen und Schüler begannen 2008 mit bundesweiten Protesten gegen das derzeitige Bildungssystem.

Seit dem ist eine große, europaweite Bewegung aller am Bildungssystem Beteiligter geworden. Auch für diesen Herbst heißt es wieder: Schülerinnen und Schüler, Studierende, Lehrende, Erziehende und Pflegende gehen zusammen auf die Straße, um endlich die Reformierung des Bildungssystems zu fordern.

Bildung ist die Grundlage einer modernen Gesellschaft. Leider fängt die Misere im deutschen Bildungssystem schon in der Grundschule an und hört erst bei fehlenden Weiterbildungsangeboten für Erwachsene wieder auf. Weltweit ist Bildung im Wandel: Das humanistische Ideal einer zur kritischen Reflexion befähigenden, gemeinwohlorientierten Bildung wird zurückgedrängt. Stattdessen wird Bildung den Bedürfnissen des Marktes angepasst und damit selbst mehr und mehr zur Ware. Global sind es die GATS-Verträge, in Europa der Bologna-Prozess, die den Kern solcher Reformen bilden. Doch weltweit regt sich Widerstand.Vom 05.11 bis 17.11.09 findet weltweite die „Global Week of Action“ statt, ganz im Sinne von „Education is not for Sale“.

2008 begannen die Proteste, die ihren bisherigen Höhepunkt im Sommer diesen Jahres erlebten. Doch unsere Forderungen werden immer noch nicht ernst genommen. Das zeigte die letzte Kultusministerkonferenz. Stolz präsentierten die Damen und Herren die Erkenntnis, das etwas nicht stimmt in unserem Bildungssystem. Doch anstatt zu reagieren und zu reformieren, wurde nur „empfohlen“. So sollen z.B. die Hochschulen die Regelstudienzeit des Bachelors ruhig voll ausschöpfen, bis zu acht Semester seien möglich. Doch wo diese Empfehlungen hinführen wissen wir nur zu genau: Das gleiche mussten wir Studierenden schon mit den Studiengebührenn durchmachen.Daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis unser geliebter Rektor Weiler wieder mit dem Argument des Standortvorteiles um die Ecke kommt.

Unsere Forderungen bleiben daher:

  • Soziale Öffnung der Hochschulen
  • den Abbau von Zulassungsbeschränkungen durch den Ausbau von Studienplätzen!
  • die Abschaffung von Studiengebühren und die gesetzlich verankerte Gebührenfreiheit von Bildung!
  • die finanzielle Unabhängigkeit der Studierenden – ohne Kredite!
  • die Abschaffung jeglicher Diskriminierung, auch in ihrer institutionalisierten Form gegenüber ausländischen Studierenden!
  • Abschaffung von Bachelor/Master in der derzeitigen Form
  • die Abkehr vom Bachelor als Regelabschluss!
  • das Ende von Verschulung, Regelstudienzeit und Dauerüberprüfung!
  • die Möglichkeit individueller Schwerpunktsetzung im Studium!
  • die tatsächliche Umsetzung der Mobilität zwischen den Hochschulen!
  • Demokratisierung des Bildungssystems
  • den Abbau von wirtschaftlichen Zwängen im Bildungsbereich!
  • die Mitbestimmung aller Beteiligten im Bildungssystem, u.a. durch Viertelparität in den Hochschulgremien!
  • die Einführung verfasster Studierendenschaften mit politischem
  • Mandat in allen Bundesländern!
  • Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen
  • die Umsetzung freier alternativer Bildungskonzepte!
  • die Beendigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse im Bildungsbereich!
  • die Aufstockung des Lehrpersonals auf ein pädagogisch tragbares Niveau! Dazu sind in den nächsten drei Jahren mindestens 8.000 Professuren, 4.000 Mittelbaustellen und 10.000 Tutor_innenstellen neu zu schaffen!
  • die Förderung aller Studierenden statt einseitiger Elitenbildung!
  • die Einheit von Forschung und Lehre statt der Exzellenzinitiative!

Doch auch an der Ruhr-Universität selbst wird so einiges falsch gemacht, was man mal nicht auf die Politiker schieben kann. Daher fordern wir:

  • Abschaffung der Studiengebühren
  • Abkehr davon, die Studiengebühren als regelmäßige und feste Einnahme einzukalkulieren
  • Rücknahme der neuen Satzung über die Nominale Begrenzung der in der Fachschaft von den Studiengebührenn befreiten Studierenden: Dies bedeutet faktisch eine Begrenzung der Fachschaften und somit einen Demokratieabbau in den studentischen Mitbestimmungsmöglichkeiten
  • Abschaltung des VSPL, solange dieses nicht einwandfrei funktioniert
  • Die Chipkarte als Studierendenausweis befindet sich eigentlich noch in der Testphase: Abkehr von der Chipkarte als Regelstudierendenausweis
  • Überprüfung der Datenschutzrichtlinien bei der Chipkarte: Alle deine Daten werden auf einem zentralen Rechner gespeichert, die jede Studentische Hilfskraft abrufen kann
  • Abkehr davon, die Studierenden immer wieder mit dem Bau des „Seminarzentrums West“, finanziert durch Studiengebührenzu belästigen: Aus Studiengebühren wird nichts bezahlt, was in der Verantwortung des Landes liegt!

    Mehr demokratische Mitbestimmung: Umstrukturierung der Mehrheiten und Präsenzen im Senat, damit die Studierenden nicht jedesmal einfach überstimmt werden können

    Wenn du dieser Kritik zustimmst und dafür sorgen willst, dass das Bildungssystem in deinem Sinne geändert wird, dann mach am 17.11.09, den nächsten Bildungsstreik-Aktionstag mit. Komm um 14.00 Uhr zum Hauptbahnhof und freu dich auf spontane Action in der Bochumer Innenstadt. Flashmobs, Straßentheater, Stadtrallye und einiges mehr erwarten dich. Dieses Jahr macht es nicht die Masse, sondern die Kreativität. Zeig uns und den Ministern, wie kreativ du deine Kritik am Bildungssystem umsetzen kannst. Bring ein Instrument, deine Tanz-, Schauspiel-, Artistikgruppe usw. mit oder einfach nur Spontaneität.

    Und wenn du uns noch bei den Vorbereitungen helfen willst:

    Jeden Donnerstag und bis zum 17.11. noch öfter treffen wir uns um 18.00 Uhr im Foyer des AStA. Regelmäßige Informationen bekommst du bei Twitter (STREIKbochum), auf StudiVZ (Bildungsstreik Bochum) und auf unserer Homepage: www.protestkomitee.de .Alles Aktuelle zum 17.11. bekommst du an diesem Tag über dein Internet im Handy: wap.bildungsstreik-bochum.de.

    Weitere Infos:

 
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